Datenschutz/ Speicherort für Dateien

Jede Anwendung hat einen Standardort, um die „eigenen“ Daten (Texte, Tabellen, Grafiken etc.) abzuspeichern. Während Microsoft Produkte Ihren Speicherort meist im Bereich „Dokumente und Einstellungen“ und dann abhängig von der Kennung in einem weiteren Unterverzeichnis haben, speichern andere Anwendungen ihre Daten dort ab, wo der jeweilige Programmierer dies während der Programmerstellung für sinnvoll hielt. Jede Anwendung speichert ihre Daten jedoch in einem anderen Verzeichnis ab. Dies macht eine Datensicherung enorm schwer. Egal ob im privaten oder im dienstlichen Bereich wird für die Datensicherung ein zusätzliches Speichermedium benötigt. Im privaten Bereich kann dies heutzutage gerne eine externe USB Platte sein. Mit handelsüblichen rd. 500 Gigabyte für 50 Euro (Stand Anfang 2009) ist de Datensicherung dem Grunde nach kein großes Kostenproblem. Im dienstlichen Bereich fallen bei rd. 2000 PC halt auch nur Kosten in Höhe von (2000 * 50 €) 100.000 Euro an. Dies ist originär nicht das Problem. Wenn die Daten auf Grund eines defekten PCs, einer defekten Festplatte nicht mehr verfügbar sind, ist ein neues System aufzusetzen und die Daten sind wieder verfügbar zu machen. Aber was ist jetzt genau auf den PC zurückzuspielen? Wenn bei der Sicherung nicht zwischen Datendateien und Programmdateien unterschieden wurde, entstehen erst recht nach Systemabstürzen durch neue Software fast unlösbare Probleme bei der Datenrücksicherung. Um Programmdateien von Datendateien zu trennen, hat es sich als sehr hilfreich erwiesen, hierfür unterschiedliche Bereiche auf der Festplatte anzulegen. Jede Software ist bzgl. ihrer Einstellungen so zu ändern, dass sowohl die Konfigurationsdaten (Kennung, Zugangsserver etc.) als auch die Bewegungsdaten (Texte, Tabellen etc.) in einem separaten Datenbereich abgespeichert werden. Dieser separate Datenbereich ist dann regelmäßig zu sichern. Im dienstlichen Bereich wird es hierzu Vorgaben geben.

Für den privaten Bereich werde ich die Problematik etwas intensiver beleuchten: 

In einem Rechner basierend auf Mircrosofts Betriebssystemen befinden sich eine oder mehrere Festplatten mit entsprechenden Laufwerksbuchstaben. An Hand der Buchstaben ist jedoch nicht ersichtlich, ob es sich um eine oder um mehrere Festplatten handelt.

Eine Festplatte kann in mehrere Teile (Partitionen) untergliedert werden. Jeder Partition wird dann ein eigenständiger Laufwerksbuchstabe zugeordnet.

Im Bereich Start/ Einstellungen/ Systemsteuerung/ Computerverwaltung kann unter Datenspeicher/ Datenträgerverwaltung nachgesehen werden, wie viele Festplatten sich tatsächlich im PC befinden. Zwar können dort auch Partitionen verändert und gelöscht werden, jedoch ist darauf zu achten, dass hierbei auch Daten gelöscht werden. Bereits beim Aufsetzen eines Rechners sollte sich der Anwender Gedanken darüber machen, ob und wie er seine Festplatten aufteilt.

Hier nun einige Überlegungen zur leichteren Entscheidungsfindung:

Hat der Rechner nur eine Festplatte (Standard), so werden alle Programme und Dateien auf diese Festplatte geschrieben. Wird nun durch Viren oder fehlerhaft arbeitende Programme die grundsätzliche Funktionalität des PCs beeinträchtigt, so kann der Anwender zunächst versuchen, die Viren zu beseitigen oder das fehlerhafte Programm zu entfernen.

Für die Virenbeseitigung bedarf es eines Virenschutzprogrammes mit aktueller Virendefinitionsdatei. Gelingt die Virenbeseitigung nicht, so bleibt oftmals nur ein von Grund auf Neuaufsetzen des PC übrig.

Zur Deinstallation eines Programmes reicht es nicht, die Programmdateien im entsprechenden Unterverzeichnis zu löschen. Zum Einen stehen Programmdateien nicht mehr nur noch im Programmverzeichnis. Zum Anderen tragen Programme sich bei der Installation in eine sogenannte Konfigurationsdatenbank (Registry) ein.

Am Sichersten ist die Deinstallation eines Programmes mit der Uninstall-Routine des Herstellers, da der Hersteller selber am Besten weiß, wo bei der Installation Einträge vorgenommen wurden. Gibt es jedoch vom Hersteller für die Deinstallation keine Hilfe, so sollte das Programm über die Systemsteuerung (Software) entfernt werden.

Ist danach die einwandfreie Funktionalität des Betriebssystems noch nicht wieder hergestellt, so kann versucht werden, über den Systemwiederherstellungspunkt den PC auf ein früheres Datum „zurückzusetzen“. Die Systemwiederherstellung wird über Start/ Programme/ Zubehör/ Systemprogramme/ Systemwiederherstellung eingeleitet. Wenn sie bei der Installation des PC aktiviert wurde, kann jetzt der PC auf ein früheres Datum zurückgesetzt werden. Manches Mal hilft das. Aber Achtung: In der Zwischenzeit vorgenommene Änderungen werden sicher verloren gehen!

Funktioniert der PC jedoch weiterhin nicht einwandfrei, verbleibt dem Anwender nur eine neue Installation des PCs. Hierbei wird die Festplatte neu formatiert, das Betriebssystem sowie die benötigten Programme installiert und die Daten werden zurückgesichert.

Zurückgesichert? Wer hat denn vorher eine Datensicherung vorgenommen? Ich hab doch gestern noch wesentliche Änderungen vorgenommen. Ich benötige doch noch meine Mail, die ich gestern mit wertvollen Hinweisen verschickt habe.

Hierfür ist es jetzt zu spät.

Aber warum den Fehler mehrmals machen? Beim Aufsetzen des neuen PCs wird die Festplatte jetzt partitioniert. Aus einer physikalischen Festplatte werden mehrere logische Laufwerke gemacht.

Das Betriebssystem inclusive aller Programme kommt auf die (logische) Platte C und die Daten kommen alle auf die (logische) Platte D. Aber auch hier muss aufgepasst werden! Welche Daten kommen denn alle auf D? Dies sollten nicht nur Word-Dokumente und Excel-Tabellen sein. Grundsätzlich ist jedes Programm so einzustellen, dass die Daten auf D gespeichert werden. Jedes Programm, welches Daten speichert (von Outlook Express bis zu Navigationsprogrammen), sieht unter Eigenschaften oder Einstellungen oder Optionen vor, dass der Speicherort verändert werden kann. Auch sollten die Einstellungen (z.B. bei Outlook Express gesichert werden, um eine Neuinstallation zu erleichtern.

Wird jetzt wieder die Funktionalität meines PCs wesentlich beeinträchtigt, so muss der PC zwar wieder neu aufgesetzt werden. Jedoch wurde die physikalische Platte unterteilt, so dass im obigen Beispiel nur noch die Platte C formatiert zu werden braucht. Nach der Installation des Betriebssystems und aller Programme (die ja im Original auf CD vorliegen), können Konfigurationen (z.B. Outlook Express) wieder importiert werden. Nach der Änderung der Speicherorte sind auch wieder alle Dateien lesbar, da der Datenbereich nicht verändert wurde.

Die Partitionierung einer Festplatte entbindet jedoch nicht von der Datensicherung! Ist nicht nur das Betriebssystem defekt, sondern hat die Platte einen physikalischen Schaden, so nutzt die beste Partitionierung nichts. Auf die gesamte Festplatte kann unter Umständen  nicht mehr zugegriffen werden.